Unsere Juni Buchempfehlung

Titel: Krieg: Stell dir vor, er wäre hier
Originaltitel: Hvis der var krig i Norden
Autorin: Janne Teller
Illustratorin: Helle Vibeke Jensen
Übersetzt aus dem Dänischen von: Sigrid C. Engeler
Erschienen: deutschsprachige Ausgabe 2011
Verlag: Carl Hanser Verlag
Seitenanzahl: 57 Seiten
Themen: Krieg, Herkunft, Menschenrechte, Migration, Gewalt
Kategorien:
Leseschwierigkeit: Leicht ⭐️⭐️⭐️⭐️
Das Buch ist in einem klaren, strukturierten und sachlichen Sprachstil geschrieben. Charakteristisch sind kurze und klare Sätze, sodass es auch für Leseanfänger*innen geeignet erscheint. Zudem ist es illustriert mit eindrücklichen Bildern, die die eigene Phantasie anregen, sich die erzählte Geschichte vorzustellen und in die Welt der Protagonist*innen einzutauchen.
Repräsentation: Nuanciert und empowernd ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Der Protagonist des Buches und seine Familie sind von Krieg in ihrem Heimatland betroffen. Er, seine Angehörige oder Freunde erleben Zerstörung des Wohnraums, der Infrastruktur, willkürliche Repressalien durch ein Regime, Gewalt, Flucht und das Zurechtkommen in einem fremden Land als Asylbewerber*in. Konkrete Erlebnisse, die Menschen aus Kriegsgebieten erfahren, werden anhand einer fiktiven Geschichte erzählt. Hierdurch werden Kriegserlebnisse, unabhängig von Nationalität und konkreten aktuellen Geschehnissen, den Lesenden eindringlich nahegebracht.
Emotionale Intensität: Schwer und sehr direkt ⭐️
Das Buch „Krieg“ besticht durch seine konkrete und direkte Art. Krieg und Flucht wird anhand einer fiktiven Situation übertragen. Ein Krieg in Europa zwingt viele Menschen zur Flucht in den Nahen Osten. Auch die Familie des Protagonisten muss ihre Heimat verlassen und flieht nach Ägypten. Dort versucht sie, sich an die neuen Lebensumstände anzupassen und die vielfältigen Herausforderungen des Alltags zu bewältigen. So wird das Erleben von Kriegsereignissen und Flucht zur möglichen Bedrohung, die jeden Menschen treffen kann, vor dem niemand geschützt ist. Das Buch kann beim Lesenden ein beklemmendes Gefühl hinterlassen.
Das Buch erzählt von Krieg und Flucht, von Machtlosigkeit und zerstörten Chancen. Gleichzeitig erzählt das Buch, dass es gehen kann trotzdem weiter zu machen und sich in einem neuen Leben einzufinden. Sich zu entwickeln und zurechtzukommen. Auch wenn, oder weil, das alte, bekannte Leben nicht mehr existiert.
Gesamtbewertung: Sehr empfehlenswert ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Die Autorin Janne Teller beschreibt in ihrem Buch „Krieg“ ein Kriegsszenario in Europa, verbunden mit Flucht nach Nordafrika. Janne Teller beschreibt das Erleben von Krieg, Flucht und das Einleben in einer neuen Kultur als Asylsuchende in klaren und verständlichen Worten, illustriert durch einprägsame Bilder und Zeichnungen.
Das Buch bietet einen Beitrag, die eigene Perspektive zu überdenken. Wie es wäre, das gesamte bisherige Leben gewaltvoll zu verlieren und auf die Hilfsbereitschaft anderer Menschen und anderer Länder angewiesen zu sein.
Das Buch macht betroffen und bringt uns gleichzeitig die Debatte um Zuwanderung, Flucht und Migration näher. Dies gelingt durch einen Perspektivwechsel. Dieser zeigt, dass kein Land, keine Familie geschützt und immun ist, gegen Erfahrungen von Krieg, Gewalt und Flucht. Auch zeigt es, dass Menschen unterschiedlich mit ihren Erfahrungen umgehen. Menschen können sich auf ein neues Leben einlassen und dieses aktiv gestalten.






